Fichtengrün/Thüringen

von Chris­t­ian Hus­sel / 2 D – 4 H / Frei zur UA

Ein Szenario der Nach­wen­dezeit: Ein saudi­ara­bis­ches Betreiberkon­sor­tium kauft infolge der Pri­vatisierung der Auto­bahn ein Teil­stück der A 71 mit angren­zen­den Liegen­schaften. Und so liegt die Ortschaft Ficht­en­grün über Nacht mit­ten in Sau­di-Ara­bi­en. Ein Ver­lassen des Dor­fes ist ab sofort nur mit gültigem Visum möglich. Mit gekappten Strom- und Tele­fon­leitun­gen, eingezäunt und abgeschnit­ten vom Rest der Welt, hadern die Ein­wohn­er mit ihrem Schick­sal. Die einzige Verbindung zur Außen­welt ist das Schlit­zohr Achim. Doch seine ständig steigen­den Preise für Dien­stleis­tun­gen aller Art lassen den Zorn der Ficht­en­grün­er anschwellen. Und dann ist da noch Felic­i­tas, eine Arme­nierin, die Jor­danien ver­lassen musste und die in Deutsch­land um Asyl bit­ten will. Doch lei­der hat sie sich auf dem Weg zu ihren deutschen Fre­un­den ver­fahren und lan­det plöt­zlich in Ficht­en­grün… Bei allem Witz und aller Komik ein erschreck­end real­is­tis­ches Bild ein­er Zeit, in der jed­er dazu ange­hal­ten wird, seines „eige­nen Glück­es Schmied“ zu sein – ohne Rück­sicht auf Ver­luste.

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