Gottes Last

Heiko Dietz / 4 D, 4 H

Eine klassische Bahnhofskneipe, wie man sie kaum noch findet. Auf den ersten Blick zumindest. Doch heute ist etwas anders. Durch nicht nachvollziehbar widrige Umstände erreichen einige Reisende nicht ihr Ziel. Landen hier in diesem Niemandsland, wo der Kaffee nicht schmeckt und der Wind durchpfeift. Ratlosigkeit macht sich breit. Die Gestrandeten kommen mehr oder weniger ins Gespräch. Nach und nach wird ihnen bewusst, dass sie die Einzigen sind. Es scheint außer der Wirtin der Kneipe, einem ewigen Thekenhocker und der Putzfrau keine weiteren Menschen zu geben, die irgendwohin wollen oder irgendwoher kommen. Wie hieß dieser Ort nochmal? Ein Kneipenquerulant taucht auf. Stellt unangenehme Fragen. Unbehagen macht sich breit. Ein Wort ergibt das Andere. Und letztlich wird allen klar, dass diese Zusammenkunft einer Bestimmung folgt. Wer auch immer verantwortlich für dieses „Treffen“ ist, die Protagonisten sind alle sorgfältig ausgewählt worden. Verdrängtes wird thematisiert, Vergessenes hervorgeholt. Die Kneipe wird zu einem Ort der Konfrontation. Eine Art Gerichtssaal. Jedoch ohne Richter. Ohne Anwälte. Oder wer ist diese geheimnisvolle Frau hinter der Theke?

Uraufführung: 2018, MünchenRegie: Heiko Dietz / mit Yvonne Brosch, Waltraud Lederer, Konrad Adams, Winfried Hübner, Johannes Haag, Robert Linderweg, Claus-Peter Damitz, Petra Wintersteller, Heiko Dietz, Josef Parzefall

Pressestimmen

„Akribisch recherchiert, beklemmend realistisch umgesetzt und doch als Theaterstück mit einigen Facetten von Humor auf die Bühne gebracht, ist es Aufklärungsarbeit auf hohem Niveau.“
C.M. Meier, theaterkritiken.com

„Mit bitterböser Satire nimmt Heiko Dietz in ,Gottes Last‘ die Kirche aufs Korn (…) Das sorgt bis zur Pause für eine Menge Lacher bei den Zuschauern. Lacher, die ihnen im zweiten Teil – und das ist die wahre Kunst von Dietz – im Halse stecken bleiben. (…) grandiose Monologe (…) Großer Applaus.“
Melanie Brandl, Münchner Merkur