Johanna die Wahnsinnige

Johanna die Wahnsinnige 1

 

Heiko Dietz / 4 D – 6 H

Wei­h­nacht­en. Um Fam­i­lienglück zu demon­stri­eren, besucht Karl V. mit sein­er Gemahlin, Isabel­la von Por­tu­gal, seine Mut­ter Johan­na. Diese ist zwar offiziell Köni­gin, doch wegen ihres ange­blichen Wahnsinns in der Fes­tung von Torde­sil­las interniert. Zum let­zten Mal hat er sie vor zehn Jahren besucht. Damals brauchte er ihre Unter­schrift, um an die Macht zu kom­men. Heute aber dro­ht ein Auf­s­tand der spanis­chen Bürg­er, die zu lange unter der Herrschaft der Hab­s­burg­er gelit­ten haben. Wird es Karl gelin­gen, seine seel­isch und geistig labile Mut­ter für seine Machen­schaften zu gewin­nen? Oder wird es Johan­na schaf­fen, ihre Fes­seln zu spren­gen und die Regentschaft zu übernehmen?

Leseprobe

Urauf­führung: 2007, München / Regie: Heiko Dietz / mit Katha­ri­na Friedl, Astrid v. Jen­ny, Lau­ra Jochmann, Wal­traud Led­er­er, Wolf­gang Czec­zor, Felix von Frantz­ius, Johannes Haag, Hardy Hoos­man, Roger Kauf­mann, Flo­ri­an Weber

Presse: “Mit ‘Johan­na, die Wahnsin­nige’ hat Heiko Dietz ein The­ater­stück geschrieben, das aus­loten soll, wer diese Frau von damals in unseren heuti­gen Köpfen sein kann (…) die Insze­nierung ist stark. Dietz führt mit sicher­er Hand Regie, es gibt Poet­is­che Momente, komis­che und verzweifelete, und jede Geste, jed­er Blick ist richtig und passt. (…) Astrid von Jen­ny spielt die alte, in einem Kloster gefan­genge­hal­tene Johan­na, Lau­ra Jochmann wütet als junge Köni­gin, rasend vor Eifer­sucht. Zusam­men ergeben sie das Bild ein­er Köni­gin, die vor allem eine Frau war voller Kraft, weil voller Liebe. Dietz hat die Szenen aus dem Leben der alten und der jun­gen Köni­gin so mon­tiert, dass sie geschmei­dig ineinan­der überge­hen, sich ergänzen, bedin­gen, und erk­lären. Eine schöne, span­nende Urauf­führung.”
Bar­bara Teichel­mann, Süd­deutsche Zeitung

“Lau­ra Jochmann überzeugt als junge, leben­shun­grige und rebel­lis­che Johan­na, Astrid von Jen­ny spielt sou­verän die alte, von der Außen­welt isolierte und ver­wahrloste Köni­gin. Während die eine zwis­chen hefti­gen Protesten, mas­siv­en Wutaus­brüchen und schw­eren Depres­sio­nen hin- und her­pen­delt, zieht sich die andere — ent­machtet, ent­mündigt und den Schika­nen ihrer Bedi­en­steten aus­ge­set­zt — ins innere Exil zurück. Neben aller Dra­matik gön­nt Autor und Regis­seur Dietz seinem Pub­likum aber immer wieder auch komis­che Momente, wobei Felix von Frantz­ius als Jua­nas eitler Sohn Karl genüsslich in die Par­o­die abdriftet. (…)Ines Botzen­hard, IN München