Blackout

Pedro Brí­cio / Ori­gi­nal­ti­tel: Breu / 2 D / Frei zur DSE / Über­set­zung aus dem bra­si­lia­ni­schen Por­tu­gie­sisch: Wieb­ke Kan­nen­gie­ßer

breubaixa3Black­out — im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes: Die ers­ten 10 Minu­ten des Stücks spie­len sich auf einer voll­kom­men fins­te­ren Büh­ne ab. Célia, eine der Prot­ago­nis­tin­nen, erzählt — viel­leicht eine Geschich­te, viel­leicht berich­tet sie über einen Traum. Der Zuschau­er ist ange­hal­ten, sich an den Geräu­schen ihrer Schrit­te, dem lau­fen­den Was­ser­hahn, dem Ver­rü­cken von Möbel zu ori­en­tie­ren.

Célia ist blind und ver­dient ihren Lebens­un­ter­halt mit dem Ver­kauf von Hot Dogs und Salz­ge­bäck. Sie hat die ihr bis dato unbe­kann­ten Auro­ra zu sich bestellt, damit die­se ihr bei den Vor­be­rei­tun­gen hilft. In der abge­dun­kel­ten Küche ver­rich­ten die bei­den Frau­en ihre Arbeit und spre­chen über All­täg­li­ches: doch jede Äuße­rung wird gleich wie­der ver­wor­fen, ins Gegen­teil ver­kehrt, zurück­ge­nom­men.

Ein Text mit dunk­len Zonen, auf eigen­ar­ti­ge Wei­se fremd und ver­traut zugleich:  Was ist das für ein Ort? Wes­sen Geschich­te wird hier erzählt? Poli­ti­sche Kata­stro­phen, mora­li­sche Desas­ter ste­hen unaus­ge­spro­chen im Raum.

“Empa­thie und Miss­trau­en ver­men­gen sich zu einem laby­rin­thi­schen Hand­lungs­ver­lauf, bei dem nie­mals sicher ist, ob sich die Geschich­ten, die sich die Prot­ago­nis­tin­nen erzäh­len, tat­säch­lich zuge­tra­gen haben oder erfun­den sind”, so Pedro Bri­cio.

Urauf­füh­rung: 2011, Bra­sí­lia. Regie: Maria Síl­via Siquei­ra Cam­pos und Miwa Yanagi­za­wa / mit Andrea Hor­ta und Kel­zy Ecard

Lese­pro­be

Pres­se: “Ein fes­seln­der Text des jun­gen Thea­ter­au­tors Pedro Brí­cio… ( )… eine schein­bar bana­le Situa­ti­on… zwei Frau­en in der Küche berei­ten Hot Dogs vor, dabei ent­spinnt sich ein Netz von Ver­däch­ti­gun­gen und Angst, das sich wie ein Alp­traum auf das Gesche­hen legt… ” Ana Lúcia Viei­ra And­ra­de in: Jornal do Bra­sil, 9.2.2012

“Ein gut struk­tu­rier­te Text…() kon­ge­ni­al insze­niert…(), dem es gelingt, den Zuschau­er fast durch­ge­hend in Span­nung zu hal­ten.” Dir­ceu Alves Jr. in: Veja, 11.5.2012

Foto: Dani­el Spa­la­to