Shitty Shitty Plem Plem

von Mari­na Ben­doc­chi Alves / 3 D / 1 H

Eine Frau häm­mert einen Namen in die Tas­ta­tur. Löscht ihn, schreibt einen neu­en. Wie­der­holt die­sen Vor­gang immer und immer wie­der, bis sie ihn gefun­den hat: MAMAKLAUDI. Enter. Das ist jetzt ihre digi­ta­le Iden­ti­tät.

KAFFEEPAUSE88, MONDGURKE, PEGASUS und MAMAKLAUDI ent­stam­men der Welt der sozia­len Netz­wer­ke und Inter­net­fo­ren; vir­tu­el­le Cha­rak­te­re an der Schnitt­stel­le von Rea­li­tät und Fik­ti­on. Digi­tal Nati­ves, Reprä­sen­tan­ten einer Genera­ti­on, die Iden­ti­tät in ers­ter Linie über Selbst­dar­stel­lung defi­nie­ren. Die durch Wer­be- und Medi­en­welt erzeug­ten Ide­al­vor­stel­lun­gen trei­ben die Selbst­in­sze­nie­rung der Figu­ren immer wei­ter.  Je mehr sie sich ver­bie­gen und insze­nie­ren, des­to grö­ßer wird das Bedürf­nis nach Authen­ti­zi­tät. Auf der Suche nach ech­ten Gefüh­len enden sie wie­der in der Waren­welt. Ich kau­fe, also bin ich, egal wie absurd das Pro­dukt: Autos, die flie­gen kön­nen, eine Jacke, mit der sich 15 Kilo Gepäck trans­por­tie­ren lässt oder der True Love Tes­ter, ein BH, der mit einem Chip den Herz­schlag der Frau misst und sich laut Her­stel­ler nur öff­net, wenn sie wirk­lich ver­liebt ist.
Shit­ty Shit­ty Plem Plem? Was’n das? In jedem Fall ist es ein ful­mi­nan­tes Sprech­ge­wit­ter! Gezim­mert aus den Absur­di­tä­ten, die Wer­be­slo­gans und Schlag­zei­len eröff­nen, gespickt mit Anek­do­ten aus Talk­shows und Forums­dis­kus­sio­nen, inspi­riert vom unkon­trol­lier­ten Strom der Mas­sen­me­di­en.

Ein Trash-Thea­ter, das die Main­stream-Kul­tur durch den Kakao zieht, das auf Unvoll­kom­men­heit, Impro­vi­sa­ti­on und Pro­vo­ka­ti­on setzt und vor allem auf eins: Spaß.

Urauf­füh­rung: Sep­tem­ber 2014, Pasin­ger Fabrik, Mün­chen. Regie: Mari­na Ben­doc­chi Alves, Regie­as­sis­tenz: Eli­sa Ober­zig. Dar­stel­ler: Sara Bürk­le, Jakob Khosh­bakht, Marie Kitz­mül­ler, Sil­via May­er

Fotos Hea­der, von links nach rechts: Iara Simo­net­ti, Jean Marc Tur­mes