Neu im Verlag

Wüstes Land – Agreste

Zwei, die sich lieben. Die in dem wilden Dürregebiet – dem Agreste – im brasilianischen Nordosten 22 Jahre lang ihr karges Leben bestreiten. Bis eine_r stirbt.
Als die Nachbarinnen bei der Leichenwäsche helfen, machen sie eine Entdeckung, die alles in Frage stellt. Plötzlich passen die beiden nicht mehr in die engen Vorstellungen der Dorfgemeinschaft. Die Witwe steht allein vor den Rätseln, die ihr der nackte Leichnam ihres Mannes aufgibt – Mann, Frau, Liebe, Körper, nichts davon ist mehr sicher.

In Wüstes Land – Agreste verhandelt der renommierte Theaterautor Newton Moreno ebenso sprachmächtig wie wortkarg, einfach und eindringlich eine Form der Sexualität, die sich der klassischen Zuordnung einer Geschlechtsrolle entzieht, die abweicht von der Norm, erschreckt, Aggressivität provoziert.

Ein Schauspiel zwischen Mündlichkeit und Tanztheater, Wort und Bewegung und einem irritierenden Wechsel zwischen Erzähl- und Darstellungsebene machen Wüstes LandAgreste zu einem starken poetischen Manifest über Unwissenheit, Intoleranz und bedingungsloser Liebe.

Blutige Pfade

Um ihrem düsteren Zuhause und der Langeweile ihrer Kleinstadt zu entfliehen, klaut die junge Rot das gesamte Ersparte ihrer Mutter aus der Keksdose und flieht zu Großmutter in die große Stadt. Doch zwischenzeitlich hat sich das liebe Gromütterchen durch zahlreiche Schönheitsoperationen rundum erneuert und ist nun die beliebteste Fernsehmoderatorin des Landes. Der Böse Wolf, erfolgreicher Leberpastetenfabrikant und serial killer, will unbedingt eine Affäre mit Großmutter Adenaura eingehen. Und just in diesem Moment kommt das Gör Rot mit ihrem Picknick-Korb daher.

Mash-up von Rotkäppchen und Hitchcocks Psycho: In Camilo Pellegrinis Groteske über Familienidylle und Jugendwahn können Sie Ihrem heimlichen Vergnügen an Suspense! Horror! und Kitsch! frönen.

Wer Augen hat, der sehe

Tiefschwarze Bilder mit ein paar Graustufen, ohne Weiß: Mit seinem 2001 auf Portugiesisch (2012 in deutscher Übersetzung von Michael Kegler) erschienenen Roman Es waren viele Pferde wurde Luis Ruffato schlagartig zu einer der wichtigsten literarischen Stimmen Brasiliens. Ruffato seziert die sozialen Verhältnisse in der Millionenstadt São Paulo und die Hoffnungen derer, die hier her strömen. Die filmisch geprägten Szenen lenken den Blick exemplarisch auf Milieus, die an ihren Rändern hart aneinander stoßen. In seinen 68 zum Roman komponierten Miniaturen spart Ruffato die Brutalität der Verhältnisse an keiner Stelle aus.
Die mit dem Autor befreundete Theatergruppe „Companhia do Feijão“ (dt. etwa: Compagnie Schwarze Bohnen) hat aus der vielstimmigen Episodensammlung ein Theaterstück entwickelt. „Mire Veja – Schauen Sie, sehen Sie!“ fordert der brasilianische Stücktitel so werbend wie eindringlich. Fünf Darsteller zeigen in 20 kurzen und ultrakurzen Szenen mit minimalistischen Theatermitteln vor allem ein São Paulo der Armen und Ärmsten, die nicht nur ihr Habe, sondern buchstäblich ihr Fleisch und Blut gegen Ratten und nicht nur menschliche Ausbeuter verteidigen. Junkies, Kleinkriminelle, Prostituierte teilen sich den Lebensraum Megacity mit Aufsteigern, Glücksrittern und Angehörigen einer dünnen Mittelschicht. Von denen hat mancher bereits resigniert, verweigert sich den rastlosen Anstrengungen, Wohlstand zu erlangen, zu vergrößern oder zu sichern, zieht es vor, unter der Leselampe zu sitzen – und nicht hinzuschauen.

 

Aktuell in den Theatern

Frida Kahlo – Viva la Vida!

Monolog von Humberto Robles
mit Viktoria Obermanzoner, Regie: Stefanie Nagler

Premiere: Donnerstag 03. 12. 2015, 20 Uhr
im OST WEST CLUB EST OVEST
Kultur- und Kommunikationszentrum
Centro per la cultura e la communicazione
Passeirergasse 29 – vicolo Passiria, 29
I-39012 MERAN/O (BZ)
Weitere Termine:
22. Jänner 2016, 20 Uhr – UFO Bruneck
7. April, 20 Uhr – OST WEST CLUB  EST OVEST, Meran
21. und 22. April 2016, 20 Uhr – Kapuzinerkeller Klausen
28. und 29. April 2016, 20 Uhr – Spektaktel Wien
Algund, Thalguterhaus: Mi 4. Mai 2016, 20 Uhr
Brixen, Tschumpus – im alten Gefängnis:
Di 12. Juli 2016, 20 Uhr
Mi 13. Juli 2016, 20 Uhr
Bruneck, UFO Jugend- und Kulturzentrum:
Do 17. November 2016, 20 Uhr
Bozen, Carambolage:
Fr 18. November 2016, 20 Uhr
Sa 19. November 2016, 20 Uhr

Shitty Shitty Plem Plem

Trash-Komödie von Marina Bendocchi Alves
Regie: Ensemble Siegburg

Premiere: Samstag 30. April 2016
Studiobühne Siegburg
Humperdinckstr. 27, 53721 Siegburg
mail@theaterseite.de
Weitere Vorstellungen:
21. Mai, 20 Uhr
29. Mai, 20 Uhr
10. Juni, 20 Uhr