Brecht ist tot – Brecht morreu

Brecht ist tot – Brecht Morreu 1

von Camilo Pellegrini / Frei zur DSE / variabel, etwa: 3 D, 7 H / Originaltitel: Brecht morreu / aus dem brasilianischen Portugiesisch: Michaela Ulich

Foto: mit freundlicher Genehmigung Camilo Pellegrini

Eine reiche und nichtsnutzige Familie lebt in einer schwer bewachten Luxusvilla im teuersten Teil von Copacabana. Familienoberhaupt ist die verwitwete Mutter, Besitzerin unzähliger, über ganz Rio verteilter Parkplätze. Sie herrscht darüber mit strenger Hand, einschließlich über das Heer völlig unterbezahlter Parkwächter. Zu Hause hat sie allerdings nicht alles so unter Kontrolle, wie sie es gerne hätte: Astolfo, ihr Herzensjunge, kommt nicht von Whisky und Weibern los; Tochter Pamela heckt ständig Pläne aus, die Mutter zu entmachten; und ihre Jüngste, Thalita, beliebter Telenovela-Star, entwickelte eine Obsession für Bertolt Brecht, seitdem ihr ein Buch des Dichters auf den Kopf gefallen ist. Da kann auch ihr Psychoanalytiker nicht weiterhelfen.

Eines Tages bekommt die Familie Besuch von drei seltsamen Deutschen aus Augsburg, angeblich Freunde von Pamela. Dann dringt Putzi, der coolste Gangster Rios,  in die Villa ein, um der Matriarchatin ein Deal vorzuschlagen und, um ganz nebenbei, Töchterchen Pamela zu verführen.

Bei so viel Niedertracht und Herzenskälte verflüchtigt sich B. B. aus Thalitas Kopf.

 

Uraufführung: August 2003 in Rio de Janeiro. Regie: Camilo Pellegrini mit Jalusa Barcellos. Mit Renato Carrera, Cecília Hoeltz, Zé Alex, Maira Capovilla, Fernando Lopes, Gustavo Araújo, Any Dana, Rafael Mannheimer, Kai Markus, Till Firit

 

Aufnahme einer Probe aus dem Jahr 1977 für die Musikshow des Teatro Ornitorinco, Ornitorrinco Canta Brecht e Weill, mit Cacá Rosset, Cida Moreira und Rubens Caribé. Die Aufnahme  fand während der Militärdiktatur statt. Bert Brecht ist für brasilianische Theaterleute bis heute noch der Superstar.