Wüstes Land – Agreste

von New­ton More­no (Ori­gi­nal­ti­tel: Agres­te) / 2 H oder Beset­zung varia­bel / Frei zur DSE / Über­set­zung aus dem bra­si­lia­ni­schen Por­tu­gie­sisch: Kat­ja Roloff in Zusam­men­ar­beit mit Bert­hold Zil­ly und Senia Hasi­ce­vic

Zwei, die sich lie­ben. Die in dem Dür­re­ge­biet – das Agres­te – im bra­si­lia­ni­schen Nord­os­ten 22 Jah­re lang ihr kar­ges Leben bestrei­ten. Bis eine_r stirbt. Als die Nach­ba­rin­nen bei der Lei­chen­wä­sche hel­fen, machen sie eine Ent­de­ckung, die alles in Fra­ge stellt. Plötz­lich pas­sen die bei­den nicht mehr in die engen Vor­stel­lun­gen der Dorf­ge­mein­schaft. Die Wit­we steht allein vor den Rät­seln, die ihr der nack­te Leich­nam ihres Man­nes auf­gibt – Mann, Frau, Lie­be, Kör­per, nichts davon ist mehr sicher.

Agreste 2

In Wüs­tes Land – Agres­te ver­han­delt der renom­mier­te Thea­ter­au­tor New­ton More­no eben­so sprachmäch­tig wie wort­karg, ein­fach und ein­dring­lich eine Form der Sexua­li­tät, die sich der klas­si­schen Zuord­nung einer Geschlechts­rol­le ent­zieht, die abweicht von der Norm, erschreckt, Aggres­si­vi­tät pro­vo­ziert.

Ein Schau­spiel zwi­schen Münd­lich­keit und Tanz­thea­ter, Wort und Bewe­gung und einem irri­tie­ren­den Wech­sel zwi­schen Erzähl- und Dar­stel­lungs­ebe­ne machen Wüs­tes LandAgres­te zu einem star­ken poe­ti­schen Mani­fest über Unwis­sen­heit, Into­le­ranz und bedin­gungs­lo­ser Lie­be.

 

Urauf­füh­rung: 2004, Tea­tro Cacil­da Becker, São Pau­lo, Regie: Már­cio Aurélio/ mit Joca And­reaz­za, Pau­lo Mar­cel­lo

Lese­pro­be

Trailer

AGRESTE – Im Rah­men von Bra­sil Em Cena. Thea­ter und Per­for­mance aus Bra­si­li­en
31. Mai, 1. und 2. Juni 2006 / HAU 3

Agres­te basiert auf der Zei­tungs­mel­dung einer wah­ren Bege­ben­heit und han­delt von einer Frau, die nach dem Tod ihres Man­nes fest­stel­len muss, dass die­ser eben­falls eine Frau gewe­sen ist. Már­cio Auré­lio, seit den 70-er Jah­ren bedeu­ten­der Regis­seur in Bra­si­li­en und Thea­ter-Pro­fes­sor an der Uni­camp in Cam­pi­nas, hat die Urauf­füh­rung des Tex­tes mit zwei männ­li­chen Schau­spie­lern insze­niert.

Foto: Leni­se Pin­hei­ro