Neue Verordnungen für die Zeiten nach dem Krieg

von Bosco Brasil / 2 H / Frei zur DSE / Originaltitel: Novas Diretrizes em Tempos de Paz / aus dem brasilianischen Portugiesisch: Angela Meermann

April 1945, Büro der Immigrationsbehörde, Rio de Janeiro: Auf der Flucht vor den Nazi-Gräueln ist Clausewitz auf einem Frachter in Rio gelandet und möchte in Brasilien bleiben; doch ihm fehlt ein Passierschein. Den kann ihm nur der Vernehmungsbeamte Segismundo, der früher als Verhörspezialist in den Folterkellern des Vargas-Regimes tätig war, ausstellen. Für ihn ist Clausewitz ein Spion. Denn – warum hat Clausewitz keine Schwielen an den Händen, obwohl er behauptet Landwirt zu sein? Und warum kann er die Landessprache so gut, obwohl er noch nie in Brasilien war? Letztendlich gesteht Clausewitz dem Beamten, dass er eigentlich Schauspieler ist und Segismundo schlägt ihm eine Wette vor: Gelingt es Clausewitz ihn in den zehn Minuten, die noch verbleiben, bevor der Frachter weiter zu den Falklandinseln fährt, zum Weinen zu bringen, erhält er den ersehnten Passierschein.

Dieses Stück ist als Teil der Trilogie der Gewalt einzeln spielbar oder in Kombination mit Hundert Gramm Zähne  und/oder Razzia.

Leseprobe

Uraufführung: 2001, São Paulo / Regie: Ariela Goldmann / mit Dan Stulbach und Tony Ramos